stell dir vor es ist krieg, und keiner geht hin...

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Hoch über den Wolken - Oder wie Amor seinen Job fand...

Es war einmal ein Engel namens Jo, der lebte hoch über den höchsten Bergen auf der Wolke Nummer sieben. Dort schlief, aß und tollte er mit seinen Engelsfreunden durch die flauschigen Wolkenfelder. Und nur ab und zu musste Jo arbeiten. Denn Jo war ein Regenmacher. Wenn seine Wolke Nummer sieben vor lauter Wasser ganz prall und fett war, dann zog Jo an der Reißleine und – zack – ergoss sich das Wasser aus ihrem Inneren auf die Erde und es regnete!

*

Eines Tages jedoch, als es auf der Erde wieder besonders trocken war und die Menschen sehnsüchtig auf den Regen wartetet, hing Jos Wolke besonders schwer und dick in der Luft – doch nichts geschah! Die Wolke war sogar so prall mit Wasser gefüllt, dass sie ganz dunkel geworden war und aussah, als könnte sie jeden Moment platzen.
Alarmiert flogen die anderen Engelchen zu Wolke Nummer sieben, um rauszufinden, was geschehen war. Unter dem Gewicht der landenden Engelsschar sackte die ohnehin schon sehr schwere Regenwolke ein paar Zentimeter ab, so dass einige Engel erschrocken mit den Flügeln schlugen und es vorzogen, in der Luft zu verweilen.
„Jo! Wo steckst du nur?“ riefen sie verärgert.
„Komm raus! Die Lage ist ernst. Die Menschen brauchen dringend Wasser, und wenn diese Wolke nicht bald regnet, stürzt sie uns noch ab! Du bist der Regenmacher; nur du kannst die Reißleine ziehen!“
In mitten des Zetern und Schimpfens vernahmen sie ein leises Stöhnen und als sie genauer hinschauten, erkannten sie, direkt an der schwärzesten Stelle der Wolke, ein verdrecktes Engelskleid. Dort lag Jo und sah alles andere als engelhaft aus.
„Jo, aber wie siehst du denn aus?!“
„Schaut nur, seine Engelslöckchen sind ja vollkommen verknittert!“
Alle Engelchen riefen aufgeregt durcheinander, als sich plötzlich die barsche Stimme eines älteren Engels erhob.
„Seid still! Seht ihr denn nicht, dass Jo krank ist? Schnell, ruft den Engelsdoktor!“

Gesagt, getan! Innerhalb von sekundenschnelle kam ein weißhaariger Engel mit rotem Kreuz auf seinem weißen Gewand angeflogen. Bei sich trug er einen großen alten Koffer, der beinahe dreimal so groß war wie er. Unter dem Gewicht des Koffers sank die Wolke noch einmal um ein paar Zentimeter ab, so dass erneut quiekende Engelchen erschrocken in die Luft flatterten.
Mit fachmännischer Miene begann der Engelsdoktor Jo zu untersuchen. Er tastete hier und klopfte mit einem kleinen Hämmerchen da, und als er fertig war, blickte er in die erwartungsvollen Augen der anderen und sagte: „Jo leidet an einer seltenen, aber dennoch gefährlichen, Krankheit! Man nennt sie Herzschmerz!“
Die Engel stießen erstickte Schreie aus und fragten voller Sorge, was man den für ihren Freund tun könnte. Der weise Engelsdoktor überlegte einen Moment und sagte dann leise: „Nun ja, es soll ein Mittel geben, dass die gewünschte heilende Wirkung erzielt. Auf der Erde wächst ein langröhriger Strauch mit weißen, gelben oder rosa Blüten. Er trägt den Namen Jasmin.“
„Aber wie sollen wir an diesen Strauch kommen?“ wollte ein kleiner Engel mit roten Löckchen und einem ganzen Gesicht voller Sommersprossen wissen, „Wir haben doch allerhand zu tun, vor allem wo in der Wetterabteilung nun ein Regenmacher ausfällt!“
Auch andere Engelchen äußerten ihre Bedenken, so dass der weißhaarige Doktor beschwichtigend die Hände hob.
„Ich verstehe ja, aber bedenkt, dass die Jasmin Jos einzige Chance auf Heilung ist! Wenn er die Pflanze nicht bald bekommt werden die Menschen noch viel länger auf den Regen warten.“

Das leuchte allen ein und schließlich hatte einer der jüngeren Engelchen eine Idee. „Wieso bitten wir nicht einfach Amor, etwas Jasmin zu besorgen?“
Doch damit stieß er nur auf allgemeine Empörung. Amor war allen bekannt als ein Taugenichts und Faulpelz, der nichts anderes tat, als auf einer kleinen Wolke zu sitzen und den anderen Engeln bei ihrer Arbeit zu zuschauen. Dabei warf er lässig einen kleinen Ball in die Luft und zielte ab und zu auf die neuen Engelsschüler wenn sie gerade mit einem Stapel frisch gewaschener Engelsgewänder vorbeikamen, so dass alle hinunterfiel und auf der Erde als Schnee landete.
Sei neustem hatte Amor sich einen Köcher mit Pfeilen so wie einen Bogen zugelegt, damit er noch besser auf die armen hilflosen Engelchen zielen konnte.
Kein Wunder also, dass er bei den anderen Engel unbeliebt war und ihm niemand so eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe zuteilen wollte. Doch nach einigen Minuten heftiger Diskussion, bei der einige Engel sogar Federn ließen, beschloss die Mehrheit der Engel, wenn auch schweren Herzens, Amor auf die Suche nach Jasmin zu schicken.
„Wenigstens sind wir ihn dann für einige Zeit los,“ frohlockte der kleine Rotschopf, der in seiner Anfangszeit als Engelchen selber einige Male Opfer von Amors Attacken gewesen war.

Amor wurde herbeigerufen, und erhielt – wenn auch unter widerwilligem Gemurmel der anderen Engelchen – den Auftrag, hinunter zur Erde zu fliegen, um Jasmin zu holen.
„Mal seh’n, was sich so machen lässt,“ erwiderte Amor ganz lässig, freute sich aber insgeheim, dass ihm diese wichtige Aufgabe zugetragen war. Und schon war er verschwunden.

Die Tage verstrichen, es bleib weiterhin der Regen aus und Jo ging es immer schlechter, ja er war nicht einmal mehr in der Lage zu sprechen. Und von Amor keine Spur.
„Langsam bezweifle ich, dass das so eine gute Idee war,“ grummelt der Engelsdoktor vor sich hin und schaut verzweifelt in Jos fieberhaftes Gesichtchen.

Die Engelchen hatten schon alle Hoffnung aufgegeben und beriefen eine Versammlung ein, um zu beraten, ob man nicht besser einen neuen Regenmacher aus dem Ausland einstellen sollte.
„Aber die versteht doch niemand mit ihrem komischen Akzent,“ beschwerte der kleine Rotschopf sich gerade, als sie ein triumphierendes Kichern vernahmen – es war Amor!
„Wo hast du nur gesteckt du Taugenichts?“
„Schäm dich, den armen Jo so im Stich zu lassen!“ redeten alle Engel wild durcheinander.
„Beruhigt euch doch,“ rief Amor.
Er warf sich in die Brust und rief: „Es hat zwar etwas gedauert, aber ich habe Jasmin gefunden und sie hergebracht.“
Jetzt wurden die Stimmen noch lauter und aufgeregter, bis der Engelsdoktor erneut für Ruhe sorgte und Amor fragte, wo er die Pflanze denn habe. Verblüfft sah Amor ihn an.
„Pflanze?! Was für eine Pflanze? Ich habe ein Mädchen namens Jasmin mitgebracht!“
Ungläubige Blicke, dann verhaltenes Kichern der jüngeren Engelchen, lautes Schimpfen der Älteren. Der Engeldoktor schüttelte nur traurig den Kopf.
„Jetzt ist Jo endgültig verloren.“
Betretenes Schweigen kehrte ein. Plötzlich wurde die Stille durch einen Aufschrei unterbrochen.
„He, seht doch mal,“ rief ein kleiner blonder Engel mit Piepsstimme und deutete auf Jos Regenwolke. „Jo lässt es wieder regnen!“
Die Engelsschar traute ihren Augen nicht, doch dann flog sie in wilder Hast hinüber zu Wolke Nummer sieben. Und tatsächlich, dort stand Jo – putzmunter, mit noch leicht zerzaustem Haar – und zog lachend an der Reißleine.
„Regen, Regen, es soll regnen!“ rief er lachend.
Natürlich wollten alle Engelchen wissen, was geschehen war und Jo erzählte es ihnen.
„Ich liebe meinen Job als Regenmacher, aber irgendwann fühlt man sich doch einsam auf seiner Regenwolke. Anscheinend bin ich deshalb krank geworden... Aber als ich Jasmin sah, da ging’s mir schlagartig besser!“
In diesem Moment sahen die anderen Engel das hübsche Mädchen, das einen Pfeil in der Hand trug. Dieser Pfeil stammte eindeutig aus Amors Köcher!

*

Nun, wie die Geschichte ausging, könnt ihr euch vielleicht denken...
Da es Jo wieder besser ging und das Mädchen eh wie ein Engel aussah, wurde einstimmig beschlossen, dass Jasmin bleiben durfte und von nun an Jo bei seiner Arbeit als Regenmacher half. So bekamen die Menschen auf der Erde auch viel schneller ihr Regenwasser!

Nun, was Amor betrifft, so bekam auch er endlich eine Aufgabe zugeteilt, damit er nicht mehr so viel Schabernack trieb. Die Engelchen waren sich einig, dass die Menschen mehr Liebe vertragen konnten, und so wurde Amor dafür zuständig, Verliebte zusammen zuführen.
Doch da er nach wie vor ein kleiner Lausengel war, tat er das mit Hilfe von Pfeil und Bogen. So, wie er auch Jo und Jasmin auf Wolke sieben zusammengeführt hat...
30.5.07 17:16


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